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Irrtum 9

 

(Folgendes sei vorausgeschickt: Die Nützlichkeit und Notwendigkeit körperlicher Anstrengung soll hier nicht in Frage gestellt werden,  wohl aber deren Vorherrschaft und Ausschließlichkeit.)

 

Ein weit verbreiteter Trugschluss besteht darin, die Qualität eines Trainings mit der Menge der erfolgten körperlichen Anstrengung gleichzusetzen. Motto: Viel bewegt, viel geschwitzt, viel außer Atem, daraus folgt das Training war gut und nützlich. Kann stimmen, tut es aber oft nicht. Die Tatsache, dass etwas als eine Budo Art angeboten wird, und die Trainierenden und der Trainer weiße Anzüge mit Gürteln tragen, garantiert noch keine Inhalte.

 

Es gibt sicher beliebig viele sinnvolle Trainingsmethoden, aber daraus folgt im Umkehrschluss nicht, dass alles, was man machen kann, auch sinnvoll ist. Eines der traurigsten Beispiele  sind die Hüpforgien; hoch und runter, vor und zurück, immer wieder, und noch einmal, immer in Bewegung bleiben, und dann irgendwann eine Technik dranpappen. Enorm anstrengend, enorm schweißtreibend, aber sinnvolles Training? Ja, sehr gut für das Herz-Kreislauf System. Im Hinblick auf eine Budo Disziplin führt es auf Dauer in die falsche Richtung.

 

Eine sinnvolle Art der Anstrengung ist körperliche Härte im Sinne von

nicht-verletzendem, nicht-zerstörerischem Kontakt bei Angriff oder Abwehr.

 

Körperliche Fitness ist aber nur ein Aspekt. Grundlegend ist auch der Aufbau mentaler Kräfte durch die Beschäftigung mit Dingen wie Atmung, Meditation, Ki, usw.

 

Letztere Punkte werden immer mehr vernachlässigt und sogar lächerlich gemacht, so dass ein elementares Stück Kampfkunst-DNA verloren gehen wird.

Der Weg zu Sportmaschinen mit Budo Dressing ist vorgezeichnet.

                         

© 2004 + 2006 SWV

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